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Träume leben ist easy… oder nicht?

Kennst du das? Du klickst dich durch all die Blogs, YouTube-Kanäle und Insta-Profile von bildschönen Familien, die an exotischen Stränden vor nagelneuen Vans (oder Booten) sitzen und braungebrannt in die Kamera strahlen.

So sieht das aus, denkst du – ein glückliches, freies Leben. Man muss halt die Komfortzone verlassen, mal eben die blockierenden Glaubenssätze auflösen. Und irgendwie willst du das auch.

Doch gleichzeitig scheint dir nichts unerreichbarer, nichts weiter entfernt von deinem eigenen kleinen Dasein. Du wendest dich wieder deinem Alltag zu, holst dein Kind von der Schule ab, machst Mittagessen, erträgst die schlechte Laune, atmest die dicke Luft. 

Du versuchst, irgendwie dankbar zu sein für das, was du hast. In deinem Herzen bleiben Sehnsucht, Trauer und Wut.

Ich möchte dir etwas sagen: Du musst kein easy Vanlife führen und vor Selbstvertrauen platzen. Wenn das wirklich dein Ding ist – dann geh los, es ist dein Leben! Aber so muss es nicht aussehen.

Du darfst unsicher sein, verletzlich, mit Schwitzhänden vor der Lehrerin deines Kindes stehen und um Worte ringen, Herzklopfen bis zum Hals. Du darfst Angst davor haben, ein Wohnmobil zu fahren und ständig den Ort zu wechseln. 

Das macht dich nicht weniger wertvoll und deinen Traum nicht weniger wichtig.

Denn du hast eine Sehnsucht – sonst würdest du diese Bilder nicht anschauen und meinen Blog nicht lesen. Etwas in dir möchte befreit werden. Vielleicht sitzt es schon viele Jahre in deinem Herzen und du hast es beschützt und versteckt, weil diese Welt zu gefährlich war.

Weil du dachtest, solche Träume sind nur was für die Schönen und Reichen, denen eh alles zufliegt und die Sonne permanent aus dem Hintern scheint. Die sich das Luxusboot einfach vorstellen und – schwupps – ist es da. Das ist Bullshit. 

Ich kann das aus vollem Herzen sagen, denn ich bin durch all diese Phasen gegangen und ich kenne inzwischen viele Menschen, die losgegangen sind für ihren Traum. Einige mit viel Geld, andere mit literally nix. Einige reisen von einem aufregenden Ort zum nächsten, andere genießen ihr ruhiges, beständiges Leben mit Tieren und selbstgezogenem Gemüse.

Und viele leben irgendwo dazwischen und finden ihren Weg.

Sie alle kennen beängstigende Herausforderungen, Momente der Unsicherheit und Verzweiflung. Und sie alle hatten diese pochende Sehnsucht im Herzen, die ihnen keine Ruhe gelassen hat. 

Ich habe mich trotz Führerschein viele Jahre nicht getraut Auto zu fahren – und dafür geschämt, dass ich trotzdem reisen wollte. Nur halt ohne Camper-Van.

Ich spüre manchmal Tränen in mir aufsteigen, wenn mich jemand schief anguckt, und bin heillos überfordert, wenn ich eine Party organisieren soll. Trotzdem liebe und brauche ich Begegnung mit anderen Menschen – und finde immer mehr heraus, wie ich sie gestalten möchte.

Ich hatte noch nie einen perfekten Plan für mein Leben und werde ihn auch nie haben, denn Pläne ändern sich und das Leben atmet. 

Meine Freundin nennt mich mutig – ich fand das lange verrückt, denn eigentlich bin ich doch der größte Angsthase auf Erden. Aber vielleicht hat sie recht. Weil ich eine Scheißangst vor dem Weg hatte, der vor mir lag – und trotzdem losgegangen bin. Schritt für Schritt, bis heute. Denn neben der Angst wartet auf dem Weg die unbändige Freude darüber, mich selbst wiederzufinden.

Egal wie dein Traum aussieht, ob du dir Ruhe oder Abenteuer wünschst (oder beides), egal wie unsicher, klein und mickrig du dich manchmal fühlst – dein Traum ist wichtig. 

Er ist es tausendmal wert, dass du ihm zuhörst, denn niemand sonst auf dieser Welt kann ihn so träumen, wie du es tust. Egal, wie sehr die Stimmen der anderen (und die in deinem Kopf) dir erzählen, wie aufgeblasen, unrealistisch oder lächerlich dein Traum ist – er ist einfach da.

Er ist wertvoll und er verändert die Welt. Du veränderst die Welt. Dabei darfst du ausprobieren und daneben tappen. Niemand kann mit Sicherheit sagen, was richtig und falsch ist. Gib dir und deinem Traum nur Luft zu atmen und Raum zu wachsen. Heute ein kleines bisschen. Und morgen vielleicht ein bisschen mehr.    

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